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[ elias noah nies — producer — weltweit ]
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Da hinsehen,wo es keiner tut.

[ wer und warum ]

Décadre heißt: den Ausschnitt verschieben. Raus aus dem Rahmen, den jemand anderes gesetzt hat, weil das Entscheidende darin nicht vorkommt.

Ich bin Elias Noah Nies. Producer.

Mich interessiert, was unter der Oberfläche liegt und wer darin nicht vorkommt. Menschen, die niemand fragt. Tiere und Orte, die keine Lobby haben. Zustände, die alle kennen und niemand aufschreibt. Das heißt: recherchieren, was sich belegen lässt. Mit den Leuten reden, um die es geht. Hinfahren und es ansehen.

Sport gehört dazu. Kaum etwas wird so genau beobachtet und so wenig durchschaut. Auf dem Platz sieht jeder alles; daneben wechseln Geld, Macht und Gefälligkeiten den Besitzer, wo keine Kamera hinzeigt. Mich interessiert beides: der Wettkampf und das, was um ihn herum verhandelt wird.

Ich will solchen Dingen auf den Grund gehen, sie festhalten und so zugänglich machen, dass sie Leute erreichen. Nicht weil Aufmerksamkeit etwas repariert, sondern weil sich nichts ändert, was niemand gesehen hat.

Dabei rede ich für niemanden. Ich baue die Bedingungen, unter denen Leute selbst reden können, und sorge dafür, dass sie die Kontrolle behalten.

Das Entscheidende lässt sich nicht bestellen. Der Moment, in dem jemand sich öffnet, steht in keinem Drehplan. Man kann ihn nur wahrscheinlicher machen: durch Zeit, durch Zugang, der gewachsen ist, durch die Bereitschaft, einen Drehtag zu verlieren. Genau das ist meine Arbeit.

Praktisch heißt das: Kalkulation, Zeitplan, Crew. Drehgenehmigungen, Verträge, Persönlichkeitsrechte, Lizenzen. Am Set ansprechbar für alle, vor allem für die, die gefilmt werden. Danach Schnitt, Rechteprüfung und Freigabe organisieren.

In kleinen Teams bleibt es selten dabei. Ich entwickle Konzepte, schreibe mit, denke Bildsprache und Styling mit, stehe hinter der Kamera, fotografiere. Wo es die Sache besser macht, mache ich es selbst.

Von Haus aus bin ich Wirtschaftsingenieur. Ich habe KI- und Softwareprojekte geleitet und ein EdTech-Unternehmen aufgebaut, bevor ich über ein Praktikum in die Videoproduktion gekommen bin; aktuell arbeite ich angestellt als Producer. Strukturdenken auf der einen Seite, visueller Instinkt auf der anderen. Ich kann die Technik lesen und den Film drehen und halte das nicht für zwei getrennte Bereiche.

Das Medium ergibt sich für mich aus der Sache: Film, Fotostrecke, Text, Ausstellung, ein Abend mit Publikum.

Neben der investigativen Arbeit arbeite ich gern mit Leuten, die etwas Echtes gebaut haben. Gründerinnen und Teams, die über ihr Produkt reden können, ohne eine Folie zu brauchen. Junge Modelabels. Sport- und Performance-Marken, die Bewegung als kulturelles Feld behandeln und nicht als Lifestyle-Content. Künstlerinnen und Kulturarbeiter, die an etwas bauen, für das es noch keine Schublade gibt.

Welches Thema, ist zweitrangig. Die Frage ist, ob es Leute erreichen sollte, die es bisher nicht erreicht.

producing · foto · video · styling

Elias Noah Nies
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